Schweizer Sportler gewannen in diesem Jahr 154 WM- und EM-Medaillen

Schweizer Sportlerinnen und Sportler gewannen im Jahr 2008 insgesamt 154 Medaillen an Welt- und Europameisterschaften. Das sind fast so viele wie 2007 (161), aber mehr als 2006 (147) und 2005 (146) und fast doppelt so viel wie im letzten «Sommerolympia- Jahr» 2004 (79). Unter Berücksichtigung des Umstands, dass in Sommerolympia-Jahren relativ wenig internationale Titelkämpfe durchgeführt werden, ist die 2008er-Ernte bemerkenswert gut ausgefallen. Erfreulich ist auch die Tatsache, dass mit Pamela Weisshaupt (WM-Titel im leichten Skiff) und Regina Naunheim (3. Rang an der EM im Skiff) auch zwei Rudermedaillen dazu gehören.

Weltmeister in einer olympischen Sparte (Mountainbike, Cross- Country) wurde Christoph Sauser als Leader des Schweizer WM- Medaillen-Trios mit Florian Vogel (2.) und Ralph Näf (3.). Doch die einzige MTB-Medaille bei Olympia in Peking ging an Nino Schurter (3.), während sich Sauser – wohl wegen Verletzungen im Vorfeld – mit dem 4. Platz zufrieden geben musste.

WM-Bronze in einer olympischen Sommersportart gabs auch für Triathlet Reto Hug. In Peking erfüllten sich die Triathlon- Hoffnugnen nicht; Nicola Spirig (6.) und Olivier Marceau (19.) schnitten am besten ab.

Hoffnungen für Vancouver 2010

Internationale Lorbeeren in olympischen Wintersportarten – interessant im Hinblick auf die Spiele 2010 in Vancouver – erreichten als WM-Dritte und Europameisterinnen die Curlerinnen um Mirjam Ott, ferner als EM-Zweite Martin Galliker im Viererbob und die Eiskunstläufer Sarah Meier und Stéphane Lambiel sowie als EM- Dritte Maya Bamert im Zweierbob. Galliker wurde später allerdings als Dopingsünder überführt, und Lambiel ist inzwischen zurückgetreten. Die erfolgreichsten Schweizer Snowboarder waren die Halfpipe-Weltcupsieger Manuela Pesko (zurückgetreten) und Iouri Podladtchikov.

Im alpinen Skirennsport zeigte die Erfolgskurve des Winters 2007/08 steil nach oben. Insgesamt gab es 21 Weltcup-Podestplätze, worunter sechs Siege durch Daniel Albrecht (2), Didier Cuche (2), Marc Berthod und Marc Gini. Und im neuen Winters gings erfreulich weiter. Albrecht/Cuche feierten zum Auftakt der Saison 2008/09 im Riesenslalom in Sölden gleich einen Doppelerfolg, worauf bis Weihnachten ein weiterer Doppelsieg durch das 17-jährige Supertalent Lara Gut und Fabienne Suter im Super-G in St. Moritz, der Riesenslalom-Erfolg von Albrecht in Alta Badia, der überraschende Sieg durch Carlo Janka im Riesenslalom in Val d'Isère und insgesamt weitere fünf Podestplätze (Männer und Frauen) folgten.

In die Form seines Lebens steigerte sich der Doppel- Olympiasieger von 2002 im Skispringen, Simon Ammann, zu Beginn des Winters 2008/2009. Nicht weniger als vier Siege in den ersten sieben Weltcupspringen der neuen Saison und die Führung im Weltcup geben Anlass zu grossen Hoffnungen für die Vierschanzentournee, die WM 2009 in Liberec und die Olympischen Spiele 2010 in Vancouver.

Eine andere grosse Olympiahoffnung etablierte sich im neuen Winter im Skilanglauf. Dario Cologna übernahm in Davos als erster Schweizer in der Langlaufgeschichte (vorübergehend) die Führung im Langlauf-Weltcup.

Ein brutales 0:6 gegen Russland in den Viertelfinals trübte die WM-Bilanz des von Ralph Krüger geführten Eishockey-Nationalteams an der WM in Kanada. Die Schweizer hatten erstmals seit mehr als 50 Jahren an einer A-WM vier Spiele gewonnen und wieder einen «Grossen» besiegt (4:2 gegen Schweden), 20 Tore geschossen (aber auch 5 Eigentore!) und damit Werbung für die WM 2009 in Bern und Kloten betrieben. In die neue Champions League starteten Meister Zürcher SC und der überforderte SC Bern mit unterschiedlichem Erfolg. Die Zürcher stürmten mit der besten Schweizer Europacup- Vorstellung aller Zeiten unter die Top 4 Europas und legten auch im ersten Halbfinal mit einem 6:3-Erfolg gegen den finnischen Splitzenklub Espoo Blues viel Ehre für das Schweizer Eishockey ein.

Erster GP-Triumph für BMW-Sauber

Der erste Formel-1-Triumph im dritten Jahr des Bestehens des BMW-Sauber-Teams wurde gleich ein Doppelsieg. Der Pole Robert Kubica gewann in Montreal vor dem Deutschen Nick Heidfeld. Insgesamt gab es elf Podestplätze für den deutsch-schweizerischen Rennstall mit Wurzeln in Hinwil. In der Schlussabrechnung belegte BMW-Sauber mit dem unerwartet hohen Total von 135 Punkten hinter Ferrari (172) und McLaren-Mercedes (151) den 3. Rang in der Teamwertung, Kubica mit 75 Punkten den 4. und Heidfeld den 6. Rang in der Fahrer-WM. Erfreulicherweise gewann die Schweiz mit Neel Jani ausserdem den A1-GP, den Nationen-Weltcup des Motorsports, vor Neuseeland und Grossbritannien.

In einer weiteren nichtolympischen Sportart, dem durch die frischgebackene Mutter Simone Niggli-Luder in den letzten Jahren geprägten Orientierungslauf, gewannen die Schweizer in Olomouc (Tsch) vier WM-Medaillen. Daniel Hubmann wurde in der Königsdisziplin Langdistanz Weltmeister. Das bedeutendste Schwingfest des Jahres, der 15. Kilchberger Schwinget, ging an den Berner Christian Stucki.

Als Sportler des Jahres wurden neben Cancellara an den Credit Suisse Awards in Basel Federer/Wawrinka (Team) und Ariella Kälin (Frauen) ausgezeichnet. Die 20-jährige Turnerin erhielt den Lohn für den 5. Platz im Sprung an den Spielen von Peking, das wertvollste Ergebnis einer Schweizer Turnerin in den Olympiageschichte. Im Dezember doppelte sie beim Weltcup-Final in Madrid mit dem 2. Rang im Sprung nach, ihrem ersten Podestplatz an einem grossen Turnier.