Die RCA-Crew an den Swiss Indoors 2008 in Zürich. 

Swiss Indoors 2008: Vonarburg, und dann lange niemand mehr ...

Mit einer Rekordzeit von 5:47.6 und mit über 12 Sekunden Vorsprung auf die nächsten Konkurrenten gelang André Vonarburg eine hervorragende Leistung und überzeugender Beweis, dass die persönliche Formkurve und der eingeschlagene Kurs in Richtung Peking 2008 stimmen.

André Vonarburg, der den olympischen Quotenplatz bereits an der WM 2007 gewonnen hat und diesen im Jahr 2008 noch an einem Weltcup bestätigen muss, dominierte das Ergometer-Rennen über 2000m in Zürich vom Start weg. Er fuhr der Verfolgergruppe aus dem Männerachter selbstsicher und mit sehr konstanter Schlagzahl davon und vermochte auch im Endspurt noch deutlich zuzusetzen. Vonarburg unterbot damit seinen eigenen Schweizer Rekord aus dem Vorjahr um 1.4 Sekunden und gewann als einziger 500 Franken, für die Verbesserung des Schweizer Rekords. „Ich habe gewusst, dass ich diese Zeit drauf habe“, sagte der vor wenigen Tagen 30 Jahre alt gewordene Vonarburg. „Schön ist, dass ich an den Meisterschaften nun auch zeigen konnte und dass es vorwärts geht.“ Er habe sich voll und ganz auf den Rekord fokussiert und sei erst rund 20 Schläge vor dem Ziel „in die Säure gekommen.“ Dafür habe er ab da, „richtig gelitten“. So sehr, dass er im Ziel nicht Mal mehr wie gewohnt seinen Siegesfinger in die Luft hat strecken mögen. Vonarburg war über seine Rekordfahrt so froh, dass es ihn nicht Mal störte, dass er ein mit Plästerli geflicktes Sieger-Fanion bekam. Am kommenden Mittwoch verreist der Sepmacher zusammen mit seinem Trainer Reto Wyss, dem nationaltrainer Tim Foster und den andern Kadermitgliedern in ein zweiwöchiges Trainingslager nach Spanien.

Der Luzerner Alain Marfurt konnte als einziger Ruderer die 6-Minuten-Grenze ebenfalls unterbieten, wenn mit 5:59.8 auch nur knapp. Hinter ihm folgten mit nur wenigen Sekunden Abstand seine Achterkollegen Roman Ottiger, Remo Süess, Philipp Huwiler, Stephan Koller und Nicolas Lehner. Die demselben Boot angehörenden Roland Altengruder, Florian Stofer und Stefan Sax fehlten krankheitshalber.

Bei den Leichtgewichten gelang es Skiff-Schweizer Meister Mario Gyr vom Seeclub Luzern den bis zur Streckenhälfte führenden ehemaligen Vizeweltmeister Stefan Steiner auf den letzten 500 m zu bezwingen, und das Rennen in 6:14.4 mit 8 Zehntelsekunden Vorsprung für sich zu entscheiden. Gyrs erstmals in der Leichtgewichtskategorie fahrender Clubkollege Michael Schmid empfahl sich mit weiteren 3 Sekunden Rückstand und dem 3. Schlussrang ebenfalls für das Leichtgewichts-Olympiaprojekt des SRV. Der Aarburger Marc Grepper, der erstmals bei den Leichgewichten fuhr und dafür in den letzten Wochen auch einige Kilo abspeckte, fuhr mit 6:52.8 etwas kraftlos auf Rang 18. „Ich werde nun in dieser Gewichtsklasse einen Aufbau in Angriff nehmen und versuchen, mich hier zurecht zu finden.“ Im Vordergrund steht für Marc Grepper im ersten Halbjahr aber die Lehrabschlussprüfung und die Abschlussprüfung der Berufsmatura. Hierfür wünschen wir ihm alles Gute.

Das Rennen der Frauen machten die Bielerin Sara Hofmann und die Baslerin Nora Fiechter unter sich aus: die Siegerzeit von Hoffmann betrug 7.03.5, Fiechter kam mit 7:05.9 über die Ziellinie, und dahinter klaffte dann bis zu den nächsten Verfolgerinnen eine deutliche Lücke von 9 bzw. 15 Sekunden.

Aufgrund von grippalen Erkrankungen war das Teilnehmerfeld der Leichtgewichtsfrauen eher dünn bestückt. Angelina Casanova von Belvoir Zürich setzte sich mit 7:26.0 gegen Deborah Birrer (SC Zug) durch, die ihrerseits das Verfolgerfeld um über 10 Sekunden zu distanzieren vermochte. Die favorisierten Fabiane Albrecht, Pamela Weisshaupt und Olivia Wyss hatten aus gesundheitlichen Gründen Forfait erklärt.

Junioren-Indoor-Schweizermeister wurde mit einer Zeit von 6:19.3 der Schaffhauser David Aregger. Marcel Härdi vom RC Aarburg belegte mit einer Zeit von 6:45.0 den 10. Rang von 37 gestarteten Junioren der höchsten Altersklasse. Sicherlich eine Enttäuschung für den jungen Zimmermann, doch in Anbetracht dessen, dass er über mehrere Wochen krank war und vor den Meisterschaften kaum konstant trainieren konnte, ein Zeichen, dass auch in dieser Saison mit Härdi zu rechnen sein wird. Bei den Juniorinnen holte sich die Schaffhauserin Melanie Hollenstein in 7:31.8 den Titel. Mit 8:00.3 belegte Manuela Rüegger vom RC Aarburg den 14. Rang und weiss, dass sie auf dem Wasser mehr drauf hat.

Bester Aarburger war Stephan Baschung auf Rang 7 bei den Junioren 15/16. In derselben Kategorie fuhr Eric Grepper auf Rang 31, David Uske auf Rang 36 und Alex Hönger auf Rang 42 von total 80 Junioren in dieser Klasse.

Die Ranglisten finden Sie auf www.rowingindoors.ch